Sonntag, 22. Mai 2011

Fischstäbchen-Blues

Gestern habe ich den Abend mit dieser Frau verbracht:


Gut, ich war nicht alleine mit ihr, aber es war trotzdem sehr nett. Imelda May war in der Stadt, eine adrette junge Dame aus Dublin, die das Publikum mit, nun ja, Neo-Rockabilly (was für ein blödes Etikett!) und einem Hauch Voodoo-Blues für sich einnahm. Ich hatte den Eindruck, die populistischen Rock'n'Roll-Nummern spielt sie nur, weil das Publikum das von ihr erwartet. Ihre stärksten Momente hatte Imelda, wenn sie wie in einem erzprotestantischen Südstaatengottesdienst in Stimmen redete, den Herrn pries und das Böse mit ihrer Bluesstimme bannte. Hier ein kleiner, wenn auch steriler Eindruck aus einer TV-Show:


Frau May unternahm  ihre ersten musikalischen Schritte, indem sie ihre Stimme einer Werbung für Fischstäbchen zur Verfügung stellte. Zum Glück für sie und uns ist sie inzwischen deutlich anspruchsvoller unterwegs, hat ihren soliden irischen Working Class-Background jedoch nicht vergessen. 
Und so gehörte es zu den schönsten Momenten des Konzerts, dass sich am Ende nicht nur das Publikum über einen gelungenen Abend freute, sondern auch die Band. Imelda und ihre Jungs schienen ehrlich begeistert über die positiven Reaktionen. Das war echt, ehrlich und rührend. Schön.

Und außerdem werde ich bei Frauen mit Creolen-Ohrringen prinzipiell komplett willenlos.

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