Montag, 28. Januar 2013

Breaking News.

Moderne Kickerhalle mit künstlichem Firmament.


Soeben vom montäglichen Ballspiel zurück - es gibt Erfreuliches zu berichten: Erneut gelangen mir im Trikot der Deutschen Demokratischen Republik mehrere überdurchschnittlich pfiffige Tore (und wer meinen Stil im Umgang mit dem Leder kennt, der weiß, das dies nicht allzu oft vorkommt, pflege ich doch eher durch die sogenannten Deutschen Tugenden - also Kampf und Hartnäckigkeit - aufzufallen).

Besonders hervorzuheben ist dabei eine Traumkombination mit einem Mitspieler sowie der anschließende Torerfolg, der durch eine geschickte Drehung meinerseits, die Änderung der Flugbahn des Balles mittels meiner Hacke (mit links!) und die absolute Demütigung des Torwarts (durch die Beine gespielt!) ermöglicht wurde. In meinem Kopf: Tosender Jubel, imaginierte Vuvuzela-Orchester und begeisterte Expertenkommentare

Neuer teuflischer Plan: Ältester Nationalspieler der Welt werden. Zur Not eben in Burkina Faso.

Freitag, 25. Januar 2013

Wie ich im Fernsehen einmal das Schlimmste verhinderte.


Der 25. Januar 1993 war ein Montag. Ich saß in der brandneuen Regie 1 des Sendezentrums und war ein wenig nervös. Damit war ich nicht alleine, denn auch der Programmdirektor war nervös. Und der Ablaufregisseur, der Bildmischer, der Nachrichten-CvD und der Ministerpräsident. Seit Monaten war der Probebetrieb gelaufen, es waren Piloten gedreht worden und Live-Proben von Studiosendungen waren über die Bühne gegangen. Leitungen wurden gelegt, Scheinwerfer justiert, Vorspann-Musiken komponiert. Menschen waren eingestellt worden, ein Logo wurde entwickelt und eine Anzeigen- und Trailerkampagne lief an.

Und jetzt war es soweit: Aus dem ehemaligen "Westschienenkanal", dem politischen Lieblingsobjekt der Landesregierung und des Bertelsmann-Konzerns, wurde ein richtiger Sender: Vox. Am 25. Januar 1993, Punkt 17 Uhr, hatte ich den wichtigsten Job im ganzen Sender: Ich bediente den Teleprompter, von dem Programmdirektor Ruprecht Eser die wohlfeilen Worte ablas, mit denen er ein Millionenpublikum zu begrüßen hoffte: "Guten Abend. Wir sind die Neuen auf Ihrem Bildschirm. Wir heißen Vox. Das ist lateinisch und heißt 'Die Stimme'. Sie kommt aus Köln, da ist Vox zu Hause." (Die Millionen Zuschauer waren allerdings gerade woanders und das sollte auch in den nächsten Monaten so bleiben. Aber das ist eine andere Geschichte.)

Natürlich ist es anmaßend zu behaupten, das Wohl und Wehe des Senders hätte in diesen Momenten von mir, einer studentischen Aushilfskraft, abgehangen. Aber meine Macht war in der Tat nicht gering: Ich regulierte mittels eines großen Drehknopfs die Geschwindigkeit, mit der der elektronische Text vor Esers Hauptkamera ablief - und eine schlichte, schnelle Bewegung aus meinem Handgelenk hätte ihn zu einer Sprechgeschwindigkeit verdonnert, die eher einem Rapper geglichen hätte als einem distinguierten Journalisten. Im Nachhinein eine schöne Vorstellung, doch ich war mir meiner Verantwortung natürlich bewußt und gab Eser mit ruhiger Hand den Takt vor. Ohne Hast und mit gelassener Souveränität brachten Ruprecht und ich unseren Weg durch das Minenfeld der Technik und der Worte hinter uns.

Bedankt hat er sich übrigens nicht, der Herr Eser. Warum auch, er musste ja gleich darauf in die Kantine und mit dem Ministerpräsidenten anstossen. Ich mampfte derweil ein Frikadellenbrötchen und fand, ich hätte den historischen Moment souverän gemeistert.

Sonntag, 13. Januar 2013

The Gun Club.



The Gun Club - eine jener Bands, deren vollständiges Werk ich zu ihren großen Zeiten (und zu meinem Verdruß) nie aufgearbeitet habe. Der Vorsatz war immer da, aber aus irgendwelchen Gründen fielen sie dann doch immer in die Kategorie "Demnächst mal genauer ansehen". Sex Beat et al war zwar nahezu musikalisches und kulturelles Gemeingut (Diedrich Diedrichsen ist Schuld!), aber darüber hinaus - jenseits der Indie-Hits - herrschte nur gefährliches Halbwissen. 

Ich bin gerade dabei, das endlich zu ändern, haue bei iTunes wie Lisa Simpson mein ganzes Taschengeld für Songs von Jeffrey Lee Pierce auf den Kopf und suche nach der Doku "Ghost On The Highway" über das Leben und Sterben des Gun Club (und von Jeffrey Lee Pierce, der 1996 im Alter von nur 37 Jahren starb).