Donnerstag, 9. Juni 2011

Frauen im Strafraum



Das Foto bezeugt es: Deutschlands männliche Bundestrainer tun sich immer noch schwer mit der Tatsache, dass auch Frauen gegen einen Ball treten und dies vom 26.Juni an in diesem Land sogar bei einer Weltmeisterschaft tun. Ich meine, der leicht verkrampfte Umgang mit dem Thema äußert sich nicht nur im hilflosen Versuch des Altherrenclubs DFB (Meyer-Vorfelder! Beckenbauer!), die Frauen-WM zum "Kultereignis" (AAARGH!) hochzujazzen und mit dem "Sommermärchen" 2006 auf eine Stufe zu stellen, sondern auch in der rührend antiquierten und verschämt-höflichen, aber mit hohem Sexismusanteil behafteten Formulierung auf diesem Kneipenschild. 

"Damen-Fußball-WM", das klingt nach Bridgeclub und dezent transpirierenden Oberklassekleiderständern - und bringt damit die Vergeblichkeit des Hypes beim biertrinkenden, ketterauchenden Kneipenpublikum auf den Punkt. Meine eigene Haltung dazu ist simpel: Selbstverständlich sollen Frauen Fußball spielen. So wie sie Auto fahren, das Wahlrecht haben, Containerschiffe steuern, RTL-Chefin oder Kanzlerin werden. Darüber muss man nicht mehr reden - und deshalb braucht es auch keinen Hype.

Ich nehme dann ein Damenkölsch!

Mittwoch, 8. Juni 2011

Alltägliche Amnesie



Beim Abwasch informiert mich das Radio, die NATO habe ihre Luftangriffe auf Tripolis verstärkt. Beim Surfen im Netz entdecke ich auf einer Nachrichtenseite im hinteren (oder netzspezifisch besser: unteren) Bereich den Hinweis, die Kernschmelze im japanischen Fukushima sei stärker gewesen als bis jetzt vermutet und vom Betreiber Tepco zugegeben. Jede dieser beiden Meldungen ist geeignet, ganze Heerscharen von Feuilletonschreibern und politischen Kommentatoren über Monate zu beschäftigen, ganz zu schweigen von Atomkraftexperten, Spezialisten für den Maghreb und Historikern, die das Geschehen seriös aufbereiten könnten. Welche Konsequenzen haben die Luftangriffe für die Menschen in Libyen, die Herrn Gaddafi wahlweise als Staatschef behalten (aus welchen Gründen auch immer) oder ihn loswerden wollen? Was ist los im verstrahlten Umkreis von Fukushima? Ich warte auf Hintergrundinformationen und Einordnungen.

Doch nichts davon geschieht. Ich wasche weiter ab und surfe anschließend weiter zu Youtube. 

Das Tagesgeschehen in Deutschland ist bestimmt von einer Krankheit, der bis jetzt 24 Menschen zum Opfer gefallen sind. Das sind ohne Zweifel 24 zuviel, entspricht aber in etwa der wöchentlichen Verkehrstotenrate einer durchschnittlich großen westlichen Gesellschaft. Trotzdem werden weiter Autos verkauft und gefahren, während erst die spanische Gurkenindustrie Pleite geht und anschließend Erzeuger und Verkäufer von Sprossen mit Biowaffenherstellern auf eine Stufe gestellt werden. Das Virus verbreitet sich dennoch weiter. Und in Tripolis sterben ebenso Menschen durch Bomben wie in Japan durch atomare Strahlung.

Das Geschirr ist blitzsauber.

Montag, 6. Juni 2011

Sonntag, 5. Juni 2011

Vormerken



Kitty, Daisy und Lewis sind drei Geschwister aus einer äußerst musikalischen Familie aus Kentish Town im Norden Londons. Die Mutter war Schlagzeugerin bei den Raincoats, der Vater Gitarrist - und die Kinder wuchsen nicht mit Lebertran und Sportunterricht auf, sondern mit Rhythm'n'Blues und Old School Rock'n'Roll. 

So etwas bleibt natürlich nicht ohne Folgen: Die drei haben jetzt ihr zweites Album "Smokin' in Heaven" veröffentlicht, auf dem sie erneut mit leicht verschnupfter Stimme altbackene Klänge zum besten geben. Altbacken im Sinne von: Arschtretend, selbstverständlich! (Übrigens ist der Titelsong ein Instrumental, das mit den Worten "They are smokin' in Heaven!" eingeleitet wird - für mich als Neu-Nichtraucher ein echter Trost!)

Man wagt sich gar in neue Genregefilde, wie dieses hübsch gemachte Video mit dem Skastück der Platte zeigt:




Im Herbst sind sie übrigens auf Tour - also vormerken!

Donnerstag, 2. Juni 2011

Unterwegs

Es ist Feiertag und es zieht mich vergleichweise früh hinaus in die farbexplodierende Umgebung:


Es geht selbstredend an den Strand, der hier schwerpunktmäßig von adipösen Transferleistungsempfängern bevölkert wird:


Unterwegs: Seltsame Gestalten, leicht bekleidet in kalkweiß und seltsame Objekte:



Zuhause hat der Butler das Essen bereits aufgetragen. Jetzt müssen nur noch die Touristen verschwinden:

Mittwoch, 1. Juni 2011

Fahrrad Reloaded



Wie ich unlängst schrub habe ich das altgediente Stahlross einem Update unterzogen - und siehe da, ich bin wieder ganz verliebt in dieses Sportgerät, das jetzt sein Gnadenbrot als stilvoller Cityflitzer verdient. 



Gut, die Sägezähne am Kettenblatt zeugen von 18 Jahren hartem Einsatz auf Deutschlands Landstraßen (höhö...) und das Ritzel könnte auch mal erneuert werden, aber im Großen und Ganzen hat sich der Stahlrahmen sowie die idiosynkratische Mischung aus Shimano, Sachs und Campagnolo gut gehalten.

Im Laden, wo man dem Fahrrad einen neuen Lenker montiert hat und auch sonst einiges aufgefrischt hat, war das junge Personal jedenfalls ganz begeistert von diesem weit gereisten Vertreter einer Zeit, in der Carbon nur ein exotischer Werkstoff aus der Raumfahrt war.


P.S.: Übrigens habe ich mit dem Mutterland der herrlichen Rennradrahmen Kontakt aufgenommen (wegen DEM hier) - man verspricht kräftige Preisnachlässe und unkompliziertes Handling. Stay tuned!