Mittwoch, 16. März 2011

Strg. alt. entf.




Der Spiegel macht es sich gewohnt einfach und deklariert ob der Ereignisse in Fukushima via Titelblatt mal eben fix "Das Ende des Atomzeitalters".

Das hatten wir aber schon 1986 in Tschernobyl. Stimmt nicht, 1979 in Harrisburg war es bereits soweit. Oder war es doch 1957 im britischen Sellafield?

Man darf also skeptisch bleiben, ob die nun groß angekündigten Kurswechsel eine Halbwertzeit  haben, die über die nächsten Landtagswahlen hinausreicht. Es werden sich leicht gute Gründe finden, warum, bitteschön, der erneute Einstieg in den Ausstieg noch ein wenig dauern wird - steigende Strompreise zum Beispiel will schließlich kein Konsument und Preissteigerungen könnten auch den Aufschwung gefährden, nicht wahr? Und überhaupt, hier hat es keine Tsunamis, bitte beruhigen sie sich doch bitte. 

German Engineering ist schließlich was anderes als diese kommunistischen Wrackreaktoren in der Ukraine oder AKWs am äußersten und stets wackeligen Ende der eurasischen Landplatte. Gut, die alten Reaktoren von vor 1980, die nehmen wir mal vom Netz (für, hüstel, drei Monate - solange garantieren die Geologen die Abwesenheit eines Tsunami), aber das ist ein kleines Opfer zugunsten des radioaktiv verseuchten Volksempfindens, denn abgeschrieben sind diese Uralt-Giftküchen schon lange.

Am Ende also wieder die unheilige Trias-Argumentation aus Arbeitsplätzen, Abwiegeln und Abzocken (Hallo Stromkonzerne! Ihr schafft es doch wirklich, an jeder Variante zu verdienen. Da wünscht man sich die gute alte Verstaatlichung zurück.).

Eine Farce, das Ganze. Und ein Verbrechen, daß in Japan wegen dieser Farce Menschen sterben werden. 

Die Verbrecher aber, die gibt es auch bei uns.

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