Donnerstag, 28. April 2011

Piraten!




"Wir waren gut bewaffnet: Flammenwerfer, Granaten, Schrotflinten..." Behauptet immer noch jemand, Radio machen sei ungefährlich? In dieser schönen britischen Mini-Doku über das Phänomen der Piratenradios, wie es in den 50er und 60er Jahren entstand, sprechen de Betreiber von damals und von heute über den Kampf gegen Gesetze und die Exekutive.

Erstaunlicherweise (für mich) gibt es heute noch illegale Radiostationen - überwiegend in London - , die mittels abenteuerlicher Antennenkonstruktionen auf den Dächern von brutalkonstruktivistischen Wohntürmen ihre unmittelbare Nachbarschaft mit echt heißen Scheiben, pardon, Samples versorgen. Lustigerweise trotz Internet - die Piraten des 21. Jahrhunderts begreifen sich immer noch als Teil einer lokalen Community, die nur teilweise durch das Netz erreicht werden kann. Deshalb die gute alte Verbreitung via Analogantenne neben dem selbstverständlichen Streaming.

In Deutschland hat Piratenradio keine große Tradition. Rigide rechtliche Bestimmungen und das sogenannte Rundfunkmonopol, das jahrzehntelang in den Händen der Bundespost lag, verhinderten hier weitgehend die Entstehung unabhängiger Rundfunker. Doch es gibt Ausnahmen: Radio Dreyeckland entstand im Umfeld der Anti-AKW-Bewegung und sendet heute noch - inzwischen legal.

Erst als auch im Rundfunk private Anbieter zugelassen wurden, war es vorbei mit dem Monopol: 1986 nahm Radio Schleswig-Holstein (R.SH) den Sendebetrieb auf.  Die Hoffnung auf ein besseres Radio erfüllte sich selbstverständlich nicht. Die privaten Dudelfunkstationen mit ihrem Spaßterror und dauergutgelaunten Akustik-Animateuren sind inzwischen mit ihrem "Das Beste aus den 80ern und die Hits von heute!" schlimmer als die ödesten öffentlich-rechtlichen Stationen.

"Wir hielten es für ein Menschenrecht, eigene Radiostationen zu haben, die nicht von der Regierung betrieben wurden."  Im Zeitalter des Internets sind wir diesem Ziel zum Glück ein bißchen näher gekommen. Stay tuned!

Keine Kommentare:

Kommentar posten