Unbedingt im Vollbild anschauen!
Dienstag, 24. Mai 2011
Montag, 23. Mai 2011
Schlecht gestylter Pop
Der Bart geht gar nicht. Der Pullover erst recht nicht. Die Stimme klingt nach Heulsuse, aber der Song macht alles richtig. Das Video auch. Ansehen und gut finden:
Sonntag, 22. Mai 2011
Fischstäbchen-Blues
Gestern habe ich den Abend mit dieser Frau verbracht:
Gut, ich war nicht alleine mit ihr, aber es war trotzdem sehr nett. Imelda May war in der Stadt, eine adrette junge Dame aus Dublin, die das Publikum mit, nun ja, Neo-Rockabilly (was für ein blödes Etikett!) und einem Hauch Voodoo-Blues für sich einnahm. Ich hatte den Eindruck, die populistischen Rock'n'Roll-Nummern spielt sie nur, weil das Publikum das von ihr erwartet. Ihre stärksten Momente hatte Imelda, wenn sie wie in einem erzprotestantischen Südstaatengottesdienst in Stimmen redete, den Herrn pries und das Böse mit ihrer Bluesstimme bannte. Hier ein kleiner, wenn auch steriler Eindruck aus einer TV-Show:
Frau May unternahm ihre ersten musikalischen Schritte, indem sie ihre Stimme einer Werbung für Fischstäbchen zur Verfügung stellte. Zum Glück für sie und uns ist sie inzwischen deutlich anspruchsvoller unterwegs, hat ihren soliden irischen Working Class-Background jedoch nicht vergessen.
Und so gehörte es zu den schönsten Momenten des Konzerts, dass sich am Ende nicht nur das Publikum über einen gelungenen Abend freute, sondern auch die Band. Imelda und ihre Jungs schienen ehrlich begeistert über die positiven Reaktionen. Das war echt, ehrlich und rührend. Schön.
Und außerdem werde ich bei Frauen mit Creolen-Ohrringen prinzipiell komplett willenlos.
Und so gehörte es zu den schönsten Momenten des Konzerts, dass sich am Ende nicht nur das Publikum über einen gelungenen Abend freute, sondern auch die Band. Imelda und ihre Jungs schienen ehrlich begeistert über die positiven Reaktionen. Das war echt, ehrlich und rührend. Schön.
Und außerdem werde ich bei Frauen mit Creolen-Ohrringen prinzipiell komplett willenlos.
Mittwoch, 18. Mai 2011
Weltuntergang vorgezogen?
Am Samstag, den 21. Mai um 18 Uhr wird die Welt untergehen. Oder wie die Amis gewohnt lässig sagen: "Big J. is coming". J wie Jesus. Wäre es in diesem Zusammenhang nicht ein wenig zynisch, müsste man sagen, die Katastrophe sei so sicher wie das Amen in der Kirche - denn das christliche Radionetzwerk familyRadio unter seinem Gründer Harold Camping hat das exakte Datum und die Zeit aus der Bibel, äh, ausgelesen und mahnt nun zur Vorsicht.
Aber Obacht, liebe Sünder: Es hilft nichts, noch schnell ein paar alten Damen über die Straße zu helfen oder den Opferstock zurückzugeben. Alles vergebens, denn es steht schon seit Anbeginn der Zeiten fest, wer gerettet werden wird und wer nicht - nennt es also Armageddon-Lotto. Schließlich ist auch Samstag.
Wenn der große Weißhaarige da oben also zur Ziehung "Sechs aus sechs Milliarden" oder so ähnlich (genaue Zahlen sind nicht greifbar) ruft, heißt es, gut vorbereitet zu sein. Schuld an dem Schlamassel sind übrigens Schwule und Lesben: "Camping says God will punish America and the rest of the world for Gay Pride and same-sex marriages, just as Sodom and Gomorrah were punished with fire and brimstone in the Old Testament."
Lieber Herr Camping, ich muß gestehen, ich glaube Ihnen kein Wort. Zum einen haben sie schon einmal den Weltuntergang vorhergesehen - das war 1994. Es passierte - nichts. Sodom und Gomorrah erfreuen sich immer noch mindestens so guter Gesundheit wie Villarriba und Villabajo.
Und zum anderen weiß doch jedes Kind, dass der Weltuntergang wie jedes Jahr am 30. Mai stattfindet.
Montag, 16. Mai 2011
The Return Of Graf Zahl?
Hm, die Älteren unter uns werden sich erinnern: 1987 wurden in der guten alten Bundesrepublik zuletzt die Bürger aufgefordert auf dass sie sich einschreiben ließen, ein jeder in seiner Stadt. Diese Volkszählung mobilisierte die übriggebliebenen Ausläufer der Protestkultur von Anfang der 80er: Sie gaben ihr Bestes, den Orwell'schen Überwachungsstaat mit nur drei Jahren Verspätung als Realität darzustellen. Schon damals mit mäßigem Erfolg.
Dennoch: Die Argumente waren nicht einfach von der Hand zu weisen, denn schließlich gehört es zum Wesen jeder Herrschaft, so viele Informationen wie möglich über die Untertanen zu sammeln, um sie leichter beherrschen zu können. Mißbrauch inbegriffen. Wie sehr dieses Prinzip demokratisch begrenzt und kontrolliert werden muss, ist seitdem ein permanenter Streitpunkt in politikwissenschaftlichen Seminaren - und diverse Datenschutzskandale nicht nur staatlicher Stellen haben das Vertrauen in den ordnungsgemäßen Umgang mit persönlichen Daten schon lange erschüttert.
Nun also wieder Volkszählung. Im Gegensatz zu 1987 läuft das Thema im Moment ein wenig unter "ferner liefen" - nur in einigen westdeutschen Metropolen regt sich zartes Gemurre:
Ich finde, die Plakate haben etwas Anachronistisches - schließlich leben ganze Schüler- und Studentengenerationen bereits bei Facebook, ermitteln ihren sozialen Status über die Anzahl der Netzfreunde und geben freimütig pubertäre Partyfotos oder die genauen Maße der Geschlechtsorgane preis. Businessmenschen tragen bei Xing oder LinkedIn ein, wann sie wo beschäftigt waren und lobhudeln sich selbst ob ihrer soft skills. Und die User des Diddlmaus-Forums geben der werbetreibenden Wirtschaft wertvolle Hinweise über ihre soziale und altersmäßige Struktur und lassen sich in der Fußgängerzone ihre persönlichen Daten für ein paar Gewinnspiel-Glasperlen abschwatzen.
Es dürfte schwierig sein, diese Klientel für einen Boykott der geradezu analogen Form des Datensammelns zu gewinnen.
Auf der anderen Seite scheinen mir auch die Argumente pro Volkszählung so rührend naiv, dass nicht nur Verschwörungstheoretiker dahinter ganz andere, finstere Absichten vermuten könnten. Ich soll demnach wirklich glauben, die Zählung diene dem Ermitteln von nötigen Kindergartenplätzen und Prognosen über das künftige Verkehrsaufkommen? Hmm, im 21. Jahrhundert sollte es dafür auch andere Mittel geben als mich in der Wohnküche mit einem Fragebogen zu löchern...
Und mit den Prognosen ist das so eine Sache: Schließlich ging man in den 50er Jahren auch davon aus, dass wir im Jahre 2000 alle einen Individualhubschrauber mit Protonenantrieb bewegen würden und das Essen in Pillenform gereicht würde.
Was bleibt, ist Mißtrauen - in die Kraft der Proteste und in die Notwendigkeit der Volkszählung.
Sonntag, 15. Mai 2011
Dienstag, 10. Mai 2011
Material-Ermüdung
Wie in diesem Post bereits angedeutet, gibt es da draußen eine Menge Schönes aus Metall, mit dem man sich fortbewegen kann. (Ich rede natürlich vom Fahrradfahren.)
Nun ist es nicht so, dass ich kein vernünftiges Zweirad besäße, aber dieses hat schon annähernd zwei Jahrzehnte Einsatz hinter sich und da darf man schon mal über adäquaten Ersatz nachdenken. Besonders, wenn man so etwas entdeckt:
![]() |
| Das war mal ein Vorbau und hielt einen Lenker. Ich bin dem Tode nur knapp entronnen. |
Versteht mich nicht falsch, der Columbusrahmen und die Ausstattungsmischung aus Campagnolo und Shimano Jahrgang circa 1990 haben mir stets sehr gute und verlässliche Dienste geleistet. Ich brauche kein Carbon, kein Alu und keine elektrisch gesteuerten Schaltvorgänge. Technische Innovationen haben an einem Fahrrad meiner Meinung nach nichts zu suchen - da bin ich durchaus einer Meinung mit dem Weltverband UCI, der vollkommen willkürlich das Minimalgewicht von Profirädern bei 6,8 Kilogramm eingefroren hat und auch die Rahmengeometrie trotz gegenteiliger ergonomischer Untersuchungen festschreibt. Die Gralshüter und Zweirad-Maschinenstürmer haben Recht. Sonst könnte ich mir auch ein Liegerad kaufen, das Äquivalent zum Brennstoffzellenauto. Vernünftig, aber leider komplett ohne Tradition und nur für American Apparel tragende Silicon-Valley-Geeks interessant.
Alles neu also und dann doch wieder nicht?
Nein, das alte Fahrrrad wird nicht entsorgt, es wird nur umgebaut zum immer noch ästhetisch anzusehenden Cityflitzer. Neuer Vorbau, neue Bremsen, neuer gerader Lenker - und schwupps! bestehe ich jeden Check der Stylepolizei.
Jetzt fehlt nur ein adäquates SPORTgerät. Auch hier selbstredend im traditionellen Stil: Chrom statt Carbon. Wartet's ab!
Abonnieren
Posts (Atom)



