Während wir gestern den Muttertag feierten, jährte sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 66. Mal. Aus diesem Anlaß eine kleine akustische Erinnerung daran, wie schmissig die Amerikaner Ihre Propaganda zu verpacken wußten - oder, wie die Andrew Sister in diesem Stück so schön singen: "...to change that 'Heil!' to 'Give me some skin!"' Schon deshalb dürfen wir dankbar sein, besetzt worden zu sein. Und natürlich aus 1 Million anderen Gründen:
Wieder mal bretthart beim Auspacken, aber dafür wunderschön:
Ein alter Webstuhl, wie er bei den Flat Head-Eignern steht, schafft pro Tag nur ca. 50 Meter Jeansstoffproduktion. Für eine Jeans braucht man gut drei Meter Stoff - die Tagesproduktion ist deshalb gering und entspricht eher einer Manufaktur als einer Fabrik.
Vernünftiges Schuhwerkkann man ja nie genug haben:
Monatelang bin ich drumherum geschlichen, solange, bis sie ausverkauft waren. Dann entdeckte ich sie in einer finsteren Ecke der Stadt. In meiner Größe. Und man akzeptiere Kreditkarten, versicherte die proppere Verkäuferin. Ein Zeichen des Himmels, das mich alle finanziellen Bedenken in den Wind schlagen ließ.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Ein paar Vertreter des Post Punk, die in meinen Augen auch nach gut 30 (!) Jahren noch frisch klingen. Der Grund dürfte in den relativ kühlen, abstrakten Arrangements und dem nüchternen, splitternden Sound liegen. Diese Spielart des Punk halte ich für ungleich kreativer als das berechtigte, aber doch recht simple No Future-Spielchen der ersten Punkgeneration, das dann von hunderten Generationen von Fußgängerzonenpunks auf ewig mißverstanden in bierseliges Schnorrertum umgemünzt wurde und im berüchtigten Fun Punk endete.
Breaking News: Ausländisches staatliches Killerkommando operiert auf dem Boden eines souveränen Staates auf eigene Rechnung und ermordet unliebsamen Zeitgenossen.
So geschehen ausgerechnet am 11. September. Allerdings 1978.
Dass weißer HipHop funktioniert und sogar Spaß machen kann, bewiesen vor gut 25 Jahren die Beastie Boys mit "Fight For Your Right To Party". Das Video war stilbildend für so manchen Partyabend und auch mit ihren späteren Werken bewiesen die BB Sinn für Klasse und Stil - man denke nur an "Sabotage" mit seinem 70er-Jahre-Cop-Schnurrbart-Action-Plot.
Inzwischen sind die drei New Yorker Jungs Mitte 40 und wie das in diesem Alter so ist, sind die wirklich wilden Zeiten vorbei. Die Haare werden langsam dünner, die Teenage-Wut ist längst verraucht und man kämpft für eine gute Rentenversicherung, nicht für gute Partys. Die neue Platte (meinetwegen auch: Download) der Tick, Trick und Track des HipHop soll daher ziemlich langweilig sein. ABER: Sie haben dazu auch noch einen halbstündigen Film gedreht. Und der ist so, wie "Fight For Your Right" anno 86 auch war - überdreht, lautstark, lustig. Alles Dinge, die man im HipHop nur noch selten findet - da geht es ja nur um die härteste Hood, die schamlosesten Chicks und die lächerlichsten Luxuskarren. Gähn. Die alten Beasties sind da immer noch um Längen besser, denn im Gegensatz zu den schwarzen Protzbrüdern und Berliner Ghettoposern verfügen sie über eine seltene Eigenschaft: Selbstironie.
Hier der Teaser zum Film, in dem die drei Helden noch nicht mal auftauchen (!):