Donnerstag, 24. Februar 2011

Lob des Bürgertums

Demnächst auf Schloss G.: Gestohlenes Silberbesteck aus Beständen der Uni Bayreuth? (Symbolfoto)
 
Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die offizielle Abschaffung des Adels in Deutschland 1919 ein weitsichtiger Entschluß war, der letztlich diesen Adel vor der eigenen Degeneration schützt, dann ist dieser Beweis nun erbracht.

Neulich im Bundestag erlebte die Nation  einen gut gekleideten Abschreiber, einen bigotten Karrieristen, einen selbstverliebten Egomanen, der sich larmoyant beklagte, er sei auch nur ein Mensch mit Fehlern. 
Mit anderen Worten: Wir sahen einen piefigen Kleinbürger, der bereit ist, für ein bißchen Erfolg und gesellschaftliche Anerkennung alles mit Füßen zu treten, wofür adelige Herkunft vor langer, langer Zeit angeblich einmal stand. Werte. Unabhängigkeit. Moral. Integrität. Es sei dahingestellt, ob diese Zuschreibungenen jemals in der Realität auf die Vertreter des Gottesgnadentums zutrafen - aber G. reist im politischen Leben schon länger auf genau diesem Ticket in Richtung Kanzlerschaft.

Nein, der Adel ist schon lange verrottet und die Ereignisse auf den Ländereien der G.s, wo im nächtlichen Studierzimmer raubkopiert wurde, was das Zeug hält, belegen dies. Der hart arbeitende Abgeordnete und junge Familienvater hat in mühevollster Kleinarbeit gezeigt, dass er einen Scheiß auf Leute gibt, die Doktortitel nicht nur als funkelndes Karriereschmuckstück, sondern naiverweise immer noch als Ausweis wissenschaftlicher Reputation betrachten. 

(NB: Was ist das für eine Universität, die so einem auch noch ein "summa cum laude" nachwirft?)

Montag, 21. Februar 2011

Die Opel-Gang

Rallyegeschichte(n) im Industriegebiet:

(Alle Bilder Copyright: Mehlschwitze-allesaußerkochen)



Irmscher Opel Ascona A Baujahr 1973, Walter Röhrl, Jochen Berger (Replica)





Opel Ascona B, Baujahr 1979, Jochi Kleint, Gunther Wanger (Replica)












Opel Ascona 400, Safari Rallye 1983, Rauno Aaltonen, Lofty Drews, Original Werksfahrzeug, restauriert unter weitestgehender Verwendung von Originalteilen

Sonntag, 20. Februar 2011

Jetzt zugreifen: Heiliger Gral im Sonderangebot!

Die Tempelritter haben ihn gehütet, Indiana Jones hat nach ihm gesucht, Dan Brown kann gut von ihm leben: Der Heilige Gral ist so etwas wie der Yeti in der bunten Welt geheimnisvoller Mächte. Ein Mythos. Eine Legende. Und jetzt - ein Sonderangebot:


Ich habe mir gleich zwei bestellt. Man weiß ja nie, ob er mir beim Staubwischen nicht doch mal runterfällt.

Nächste Woche im Sonderangebot: Brandneue Bermuda-Dreiecke!

Freitag, 18. Februar 2011

Heimatlos




Grenzstreitigkeiten zwischen Bangladesh und Indien gehören seit langem zur Geschichte beider Länder. In einer Region im Osten Indiens diskutieren und kämpfen die beiden Staaten seit der Unabhängigkeit von Bangladesh 1971 um die genaue Grenzziehung. Pikantes Detail: In der Region gibt es auf indischer Seite mehrere Dutzend Enklaven, also Dörfer, die völkerrechtlich zu Bangladesh gehören, aber auf indischem Territorium liegen. Damit aber nicht genug, denn auch indische Exklaven liegen in diesen zu Bangladesh gehörenden Enklaven, und in diesen indischen Exklaven liegen widerum Enklaven Bangladeshs...

Was für uns nur absurd klingt, hat für die Dorfbevölkerung massive Folgen. Die fortgesetzten Streitigkeiten verhindern den Aufbau jeglicher Infrastruktur und so sind die Bewohner der En- und Exklaven zwar mit unterschiedlichen Pässen ausgestattet, leiden aber gemeinsam unter den Kapriolen der willkürlichen Grenzziehungen.


Karten machen Politik. Und deshalb sind Karten oft eine Lüge.

Montag, 14. Februar 2011

Ein Bär und die Liebe

Heute ist Valentinstag. Aus diesem Anlaß ein bittersüßer Kommentar eines sympathischen englischen Losers:

Samstag, 12. Februar 2011

Whatever happened to The Buzzcocks?

Neulich spielte das Radio mal wieder "Ever fallen in love" von den Buzzcocks, das die meisten wohl eher in der Version der Fine Young Cannibals kennen. Und ich erinnerte mich daran, wieviel Energie die Band in vielen ihrer Aufnahmen ausstrahlte. Energie und Pop. Eine unschlagbare Mischung.

Deshalb und ohne besonderen Grund hier noch einmal eine Erinnerung daran, wie wichtig es ist, die richtigen Fragen zu stellen:



Donnerstag, 10. Februar 2011

Der dunkle Grenzbezirk (5)



Wie ich hier schrieb, befinden sich in meinem Teil der Straße einige ihr Schicksal stoisch ertragende Bäume. Sie sind umgeben von wahlweise festgestampfter Erde, Kies oder den schäbigen Resten von Bodenvegetation. Und dann ist da noch der Müll.

Gestern machte ich eine interessante Beobachtung: Begibt man sich an den Anfang der Straße, dort, wo der nette Grieche sein Büdchen betreibt (darüber ein andermal mehr, denn dieses Büdchen ist eine wahre Wundertüte!), findet man rund um die Bäume jede Menge Trash und geleerten Schnapsfläschchen. Es sind immer Fläschchen, nicht Flaschen - so als würden sich die anonymen Alkoholiker schämen, das wahre Ausmaß ihres Konsums augenfällig zu demonstrieren. Ich entdeckte die bereits erwähnten Jägermeister-Pintchen, aber viel öfter verenden dort Mini-Wodka-Flaschen einer pseudorussischen Marke. Von den Billigheimer-Zigarettenpackungen ganz zu schweigen. Die Menge des Mülls lässt auf größere Menschenansammlungen schliessen, aber merkwürdigerweise  sind mir diese noch nie aufgefallen

Je weiter man vom Büdchen erntfernt ist, desto weniger Flaschen finden sich. Der Grieche scheint also die Hauptquelle der alkoholischen Exzesse zu sein, quasi das Epizentrum des Wodkabebens. Schon wenige Meter weiter nimmt der Müll ab. Und ich weiß  auch, warum: Am anderen Ende der Straße liegt das "Las Vegas", eine Kneipe, deren Getränkepreise sich proportional zum Nettohaushaltseinkommen ihrer Gäste verhalten. Wer braucht da noch Wodka aus verschämten Mini-Flaschen?
Der fortgeschrittene Bewohner/Besucher meiner Straße kann es also schaffen, auf knapp 400 Metern eine respektable Mini-Saufrallye durchzuführen, Startpunkt: Griechen-Büdchen, dann Baum-Slalom und einige Sonderprüfungen im Wodkaflaschenweitwurf, anschließend triumphaler Abschluß im "Las Vegas" inklusive Kleingeldvernichtung am Daddelautomaten. 

Und es sieht so aus, als hätten eine Menge Leute diese sportliche Herausforderung angenommen.