Samstag, 5. Mai 2012

Scharfe Bilder


Unlängst war ich in der Messerfabrik. Und zwar hier, wo solche schönen Messer wie das oben abgebildete hergestellt werden. Das heißt, sie werden nicht hergestellt, sondern gemacht. Gute, alte Handarbeit in einer fast schon idyllischen Umgebung:


In einem Hinterhof in der Messerstadt Solingen lebt das traditionelle Handwerk, auf drei verwinkelten Etagen widmet sich eine kleine Belegschaft der Messerherstellung. Keine Roboter, keine Fließbänder, kein Computer. Nur Rohmaterial, Halbzeuge und Stahlplatten. Und der Geschäftsführer ist ein netter Mann, der das Unternehmen mit Herzblut führt. Er erklärte mir, wie man ein Messer richtig schleift und den Unterschied zwischen Kohlenstoffstahl und rostfreiem Stahl. Und er beklagt das Aussterben von Fachwissen, ist sich aber bewußt, wirtschaftlich konkurrieren zu müssen. Da ist kein Platz für Industrieromantik. 

Ich habe ja den Verdacht, dass ganz Deutschland in Wahrheit aus dieser Art Firmen besteht - all das großmäulige Corporate-Gequatsche und die angestrebte Weltherrschaft durch DAX-Unternehmen vernebelt nur den Blick auf die wahren Macher in diesem Land: Kleine, meist Inhaber-geführte Unternehmen, die auf ihre ganz eigene Art produktiv und innovativ sind. Und manchmal so ganz nebenbei auch noch Weltmarktführer in Sachen Stil, denn Messer wie dieses hier sind eine Zierde für jeden Hipster:

 Hier noch ein paar Impressionen aus einer der schärfsten Ecken Solingens:



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