Mittwoch, 18. April 2012

Bekenntnis.


Gestern abend spielt das Radio auf einmal aus heiterem Himmel "Do kanns zaubere" von der rheinischen Kapelle um den Dylan-Epigonen Wolfgang Niedecken: BAP. Schock: Ich stelle mit Erschrecken fest, dass ich den Text nahezu vollständig beherrsche. Ich kann nichts dagegen unternehmen, Niedecken besingt eine unbekannte Angehimmelte und ich weiß immer schon eine Nanosekunde vorher, was er singen wird. Ich habe das abgespeichert, irgendwann. Vor 30 Jahren.

Schlimme Erkenntnis: All die Coolness-Seminare, all das rauchende Rumstehen in angesagten Underground-Bars, all die Hardcore-Konzerte in besetzten Häusern - umsonst! Gegen den linksliberalen Rock-Schlager, der sich in selten besuchte Winkel meines Gehirns verirrte, als ich circa 12 Jahre alt war, ist kein Kraut und keine chemische Droge gewachsen. Aber dazu muss ich wohl stehen. 

Erwähnte ich schon, dass ich irgendwann in meinem jungen Leben Madonna echt dufte fand?

Kommentare:

  1. Jo. Mit 16 hab' ich diesen Song für eine Offenbarung gehalten, für eine "große Wahrheit".

    Heute verschließe ich ihn in der Schublade "Pop-Kitsch, richtig schlimm/grenzwertiger Dialekt".

    Selbst die Textkenntnis - ich pflegte das Werk einst sogar auf der Gitarre zu schrammeln (!) - hat doch stark nachgelassen.

    Es besteht Hoffnung.

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  2. Grenzwertiger Dialekt? Kann ich nicht gelten lassen. Den Rest schon.

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