Mittwoch, 24. April 2013

The Return Of The Pöler.




In meinem Jahresrückblick 2012 schrieb ich unter der Rubrik "Schlecht":

Fußball-EM: Tiki-Taka-Fußball bis zum Erbrechen. The End Of Football As We Knew It.
Seit heute gibt es wieder Hoffnung. Ich bin weder Fan des FC Bayern noch von Borussia Dortmund, aber dennoch habe ich die Spiele der beiden deutschen Vereine in der Champions League natürlich verfolgt. Mit Leidenschaft.

Gestern haben die Bayern souverän den besten Verein Europas mit 4:0 besiegt, heute legen die Europa-Emporkömmlinge aus Dortmund Real Ronaldo mit 4:1 aufs Kreuz. Beides hat mich sehr gefreut, weniger wegen der Ergebnisse, als vielmehr wegen der Art, wie diese Ergebnisse zustande kamen. Es war in beiden Fällen die Rückkehr des Fußballs alter Schule (wenn auch auf einer höheren Stufe), in dem man sich zu jeder Sekunde mit dem Ball in Richtung des gegnerischen Tores orientierte anstatt den Gegner in einer endlosen, ermüdenden Rochade von Kurzpässen auslaugen zu wollen.
Gerade bei den Bayern war zu sehen, wie sie mit einem athletischen, kampfbetonten Spiel in Mannschaftsformation die Einzelkönner aus Barcelona mit all ihren technischen Fähigkeiten ins Leere laufen ließen. Und Borussia Dortmund setzte noch einen drauf mit der Kraft aus 68.000 Kehlen und dem Willen, dem Primadonnen-Schönwetterkollektiv des José Mourinho mit, hüstel, der alten deutschen Tugend des "Über den Kampf ins Spiel finden" eins auszuwischen. Mission accomplished.

Ich sage das alles ohne Häme, denn ich freue mich für den Fußball als solchen, nicht für die einzelnen Vereine. Wie schon oben erwähnt war ich immer der Meinung, der nüchtern-perfekte Technokratenfußball der spanischen Art sei im Grunde widernatürlich und sogar spielzerstörend - elegant anzusehen, aber so seelenvoll wie ein VW Golf: Perfekt konstruiert, doch ohne wahren Charakter.

Jetzt scheint seine Zeit abgelaufen.

P.S.: Das leicht verschwommene, nicht mehr ganz aktuelle Bild oben zeigt übrigens, wie ich über den Kampf in das Spiel zu kommen versuche. Der Mann, der mich fault, heißt Stefan Raab und ließ sich kurz darauf auswechseln.



1 Kommentar:

  1. Volles Einverständnis. Großartig nicht zuletzt das historische Bilddokument...

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