Freitag, 10. Februar 2012

Gott ist ein Chip.

Das muss kein Zufall sein!
Mein neuer Lieblingsbegriff ist "Geplante Obsoleszenz". Damit ist eine Art eingebautes Verfallsdatum gemeint, das in vielen Produkten dem Hersteller auch den zukünftigen Verkaufserfolg sichern soll. Denn der arme Hersteller steckt in einem Dilemma: Er möchte einerseits Qualität verkaufen, andererseits möglichst schnell möglichst viel verkaufen. Ist sein Produkt jedoch sehr gut, funktioniert es lange Jahre. Schön für den Kunden, schlecht für den Absatz. Schließlich hält hier bei uns nur der ständige Erwerb von neuem Plunder den Laden am laufen. 

Gegen gute Produkte muss also vorgegangen werden. Zur Not mit technischen Tricks - und deshalb streikt zum Beispiel nach einer festgelegten Anzahl von Druckvorgängen so mancher Computerdrucker, obwohl die Hardware komplett in Ordnung ist. Haareraufen beim Kunden, Hysterie, verpasste Deadlines, unschöne Szenen. Warum? Ein eingebauter Chip sorgt für die geplante Obsoleszenz - und dafür, dass der Kunde einen neuen Drucker kauft. So löst man das Paradoxon auf, gute Qualität mit einem kurzen Produktlebenszyklus verbinden zu müssen. 

Neben dieser technischen Methode, die den Nachteil hat, nachweisbar zu sein, gibt es aber auch subtilere Mittel, die keine sichtbaren Spuren hinterlassen. Man redet einfach den Leuten ein, der Kram von gestern sei schlechter als der Kram von heute, obwohl auch der von gestern noch tadellos funktioniert. Das nennt sich Werbung.

Wenn ich so darüber nachdenke, sind wir ja auch alle Computerdrucker. Die menschliche Hardware wird mit der Zeit immer schäbiger, aber meistens ist die Struktur ja noch ganz gut. Mit ein bisschen Improvisation kann man immer noch ein paar Jahre auf Toner-Reserve tuckern. Und dennoch müssen auch wir zum Zeitpunkt X uns der geplanten Obsoleszenz ergeben, weil irgendeine Instanz beschliesst, nun sei es genug mit unserem tintenstrahligen Dasein.

Ist Gott gar ein Mikrochip?

1 Kommentar:

  1. Allerdings hat der findige Bastler aus dem (sehr sehenswerten) Film, den ich hier zwischen den Zeilen erwähnt sehe, es ja am Ende geschafft den Zähler des Chips auf 0 zu setzen.

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