Dienstag, 8. November 2011

Misstraue der Idylle


Ein Ort wie aus einem Caspar David Friedrich-Gemälde. Bunte Herbstfarben, ein letztes Aufbäumen der Natur vor dem Grau und Schwarz des Winters. Die Sonne scheint, seit Tagen hat es nicht geregnet und das Laub raschelt unter den Schuhen. Drei Reiter im Gegenlicht auf einer Anhöhe vervollständigen das Bild der perfekten Idylle. Der Wald strahlt Kraft aus, Souveränität und Ruhe. 
Friedhofsruhe.

Denn dies ist der Ort eines Verbrechens. Genau an dieser Stelle erschoss ein Beschaffungskrimineller einen Ordnungshüter, der hilflos am Waldrand verblutete. Die Fahndung wurde schnell ausgeschrieben nach dem jungen, skrupellosen Täter, der für ein wenig Beute das Leben eines Familienvaters auslöschte. Er wurde bald gefunden - und wenige Monate später verurteilt zum Tod durch Enthaupten.

Das war 1846. Der Täter war ein Wilderer, der auf der Jagd von dem 36jährigen Förster Ferdinand Sonnenschein ertappt wurde. Statt sich zu ergeben, schoss Christian Becker auf den grün gekleideten Vertreter der Staatsmacht - und verwundete ihn tödlich. Das alles wäre längst vergessen, wäre da nicht der Gedenkstein für den Förster:

Er erinnert daran, dass nichts so ist wie es scheint. Nicht einmal der Wald.

Kommentare:

  1. ...kennst du Joel Sternfelds Tatorte?
    (zB hier was drüber Tatorte

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  2. Smilla,
    schöner Hinweis, danke für den Tipp!

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