Donnerstag, 4. August 2011

I fought the law (and the law won)


Vor vielen Jahren, als die Sendung in Deutschland noch nicht lief, landete ein Tape der holländischen Version von "Big Brother" auf meinen Schreibtisch, verbunden mit der Bitte einer Einschätzung. Ich sah mir das im besten niederdeutsch ablaufende Treiben im Oranje-Container an und kam zu dem Schluss, so ein Scheiß interessiere keinen Zuschauer, der auch nur einen Funken Selbstachtung in sich trage.

Als das Internet aufkam, sah ich in ihm eine willkommene Ergänzung des journalistischen Handwerkszeugs, war aber durch die rumpelnde Performance und die unübersichtliche Seitengestaltung der einzelnen Sites der Meinung, dieses Netzgedöns werde sich als ernstzunehmende Alternative zu Zeitschriften, Zeitung und TV nie durchsetzen.

Als die ersten Navigationssysteme in den Autos Einzug hielten, lobte ich die genuin männliche Fähigkeit des Kartenlesens. (Frauen fragen bekanntlich nach dem Weg, Männer müssen sich aus entwicklungsbiologischen Gründen stets alleine durchschlagen. Sagen Männer.)

Während um mich herum junge Menschen vor dem Kadi landeten, weil sie illegal MP3-Dateien aus dem Netz runtergeladen hatten, stellte ich immer noch Mixtapes auf Chromdioxid-Cassetten für angebetete weibliche Wesen zusammen. Der Erfolg war überschaubar, spätere Heirat ausgeschlossen.

Handys waren für mich lange Zeit eine Quelle für potentiellen Ohrenkrebs und somit abzulehnen. Ich betrieb ein altes Bakelittelefon mit Wählscheibe.

Ich besitze immer noch einen Röhrenfernseher.

Ich tanke kein E10.

Ich schreibe Briefe mit der Hand.

Warum ich das alles erzähle?   Ich bin jetzt bei Facebook.


 

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