Sonntag, 3. Juli 2011

Road To Nowhere, Teil1

Hallo da draußen an den Empfangsgeräten. Meine Netzphobie hat nicht lange angehalten, daher hier nun in lockerer Folge subjektive Maßlosigkeiten und tendenziöse Eindrücke meiner Reise an die Grenzen. Von was auch immer.

Tag 1: Die Arbeiter- und Bauernstadt



Am Ortseingang ein großes Hinweisschild, das den Weg ins Zentrum (?), die nächste Großstadt und zur Agentur für Arbeit weist. Willkommen im östlichen Osten. Nach Polen ist es nicht mehr weit.
Im Supermarkt: Konsumenten und Personal bestehen ausnahmslos aus Frauentausch-Gesichtern und Trash-TV-Protagonisten. Hier lebt es noch, das proletarische Erbe des Arbeiter- und Bauernstaates. Man kleidet sich stil- und geschmacklos in einer Mischung sportiver Elemente (vulgo: Jogginghose) und Military Chic (vulgo: T-Shirts in Flecktarnoptik). Dumpfe, leere Gesichter. So wie die Stadt. Der VW Passat vor mir trägt stolz eine Aufschrift auf der Heckscheibe: "Todesstrafe für Kinderschänder". Das Nazipack gilt hier als legitimer Teil des Meinungspluralismus.

Mein Hotel im Industriegebiet ist eine gesichtslose Kulisse für das Remake von "Tod eines Handlungsreisenden", absurderweise umgeben von großflächigen Photovoltaik-Feldern. Auf die rieselt der Dauerregen - hier sind selbst die Solaranlagen arbeitslos. 

Auf Platz 1 meiner Hotel-TV-Fernbedienung ist übrigens RTL2 einprogrammiert.



Das fest angesetzte Wodkagelage muss wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt werden. Jetzt gibt es keinen Grund mehr, hier zu bleiben.

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