Freitag, 17. Juni 2011

Goethe, Schiller, Homer Simpson




...sagt mir die FAZ. Auf deren Website kann man eigene Textproben auf den Schreibstil hin analysieren lassen - ein Computerprogramm leitet dann Analogien zu real existierenden SchriftstellerInnen ab. Die Messmethode sei vollkommen objektiv und zuverlässig, behaupten die Entwickler.

Ich schreibe also wie Melinda Nadj Abonji. Schön, wenn auch ein wenig enttäuschend (für mich und für Frau Nadj Abonji wohl auch). Denn auch auf die Gefahr hin, als literarischer Dieter Bohlen zu gelten, muß ich zugeben, daß mir Melinda Nadj Abonji bisher unbekannt war. Hätte es nicht Hemingway sein können, oder wenigstens Clive Cussler? Oder bin ich mit meiner strengen Diät aus Sachbüchern zu den Ursprüngen der Kreuzzüge und kriminalistischen Blockbustern einfach zu populistisch für das FAZ-Feuilleton? Egal, flugs im Netz nach Frau Nadj Abonji nachgeschaut: Gewinnerin des Deutschen und Schweizer Buchpreises 2010 für ihren Roman "Tauben fliegen auf". Nun gut, keine schlechte Gesellschaft.

Nun piekte mich der Hafer, wie wir Literaten ja gerne sagen: Wie zuverlässig ist dieses Wunderprogramm, wie ernst kann man die Zuordnung zu anderen Geistesgrößen nehmen? Also schnell eine weitere Textprobe im Erkennungsprogramm der FAZ abgelaicht. Diesmal allerdings wirklich große Literatur von einem Titanen der bürgerlichen Salons- ein Zitat von Homer Simpson:

"Mein Sohn, wenn man an so einer Sportveranstaltung teilnimmt geht es nicht darum ob man gewinnt oder verliert, sondern wie besoffen man wird." 

Wird der elektronische Analogiedetektor den Urheber herausfinden? Bange Sekunden vergehen, dann die Antwort:


Ich hab's ja immer gewußt: Würde Goethe heute leben, er wäre ganz gelb und hätte nur vier Finger

1 Kommentar:

  1. sehr fein! danke
    ich schreibe übrigens auch wie Frau Abonji.
    Oder wahlweise wie Rainald Goetz.
    Nun ja

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